Über Nike und was das mit ELSTA zu tun hat.

Während ich diese Website fertig gestellt habe, posted Nike seinen Spot mit Colin Kaepernick und schiesst das Stückchen über Frauen gleich hinterher. Für ELSTA ist das irgendwie gutes Timing,weil diese Kampagne ganz gut zeigt, was ich meine wenn ich meine Arbeit als Cultural Strategist beschreibe und davon spreche welch entscheidende Wettbewerbsvorteile entstehen, wenn man in Trend- und Insightforschung investiert.

Nike tut das kontinuierlich, da machen sie kein Geheimnis draus. Der multinationale Brand kennt seine Communities und hat Unmengen von geheimem Wissen über die Regeln der Coolness aus den Cultures die Nike relevant finden. Solches «geheimes» Wissen umfasst ganz konkret, das «Why», das «How» und das «What» auf dem ihre Kampagnen fussen. Auch wenn ich das alles natürlich nur vermuten kann. wage ich jetzt hier mal den Rekonstruktionsversuch, aus der Perspektive des Cultural Strategists und versuche zu zeigen wie Nike sein Wissen über die Human Insights angewendet haben könnte, um schlussendlich darauf zu kommen dieses Ding mit Colin und den mexikanischen Frauen zu bringen.

Zum Versuch das «Warum» herzuleiten, ist anzunehmen, dass Nike aus seinen Forschungen sehr genau weiss, was Zygmunt Baumann meint, wenn er schreibt:

«Zukunft wird zunehmend mit sozialem Abstieg assoziiert, nicht mehr mit Aufstieg und Vorwärts kommen.»

- Baumann, Retrotopia, 2017

Nike weiss, Millennials und GenZies haben ganz grundsätzlich Angst vor der Zukunft und irgendwie gar nicht mehr so diese «Just do it» Haltung. Nike hat sich also möglicherweise gefragt, wie sie es denn schaffen können das «Just do it» in diesem aktuellen Kontext zu positionieren. Sie machen das, indem sie hervortreten und mit all ihrer Marktmacht den Anschein erwecken für eine gute Zukunft, in diesem Fall für Gleichheit der Rassen und Geschlechter, einzutreten. In Tat und Wahrheit tut Nike gar nichts bis sehr wenig dafür und sie behaupten das auch nicht. Was sie tun ist, sie starten eine Kampagne mit Colin Kaepernik, den sie seit Jahren unter Vertrag haben und eine über mexikanische Frauen in der Frauen tun, was Menschen eben so tun.

Ja, damit grenzen sie sich eindeutig von einer Gruppe von Menschen ab. Einer Gruppe die hauptsächlich der weissen Unterschicht angehört und vor 1980 geboren wurde, also Menschen die ohnehin nicht zu ihrer Zielgruppe gehören – aber derzeit sehr laut zu sein vermögen und es nicht mögen, wenn man ihre Meinung nicht teilt (also die über die Gleichheit der Menschen). Nike hängt sich also an die virale Macht dieser sogenannten Wutbürger an und transportiert seine Botschaft. Eine Botschaft die die Unsicherheiten der GenZies und Millennials Produkte von Nike überhaupt noch kaufen zu können zerstreut. Denn hatte Nike gestern noch den bitteren Beigeschmack von Ausbeutung der Natur, moderner Sklavenhaltung und zweifelhaften Produktionsbedingungen und Transportwegen, so stehen sie heute für eine Zukunft in der wir alle gemeinsam gegen die alt-right Bewegung zusammenhalten. Alles das tun sie in einer absolut authentischen und glaubwürdigen Ästhetik die Nike kontinuierlich in seinen Trend- und Insightforschungen aufdeckt und die massgeblich zum Erfolg der Kampagnen beitragen.

«Camouflage» könnte die Strategie dazu gewesen sein. Kann man nachlesen und nachmachen, hier: Handbuch für Kommunikationsguerilla

Nora UrschelerKommentieren